Die Arbeit mit einem Hörbuchsprecher

Ein Hörbuch ist meist ein literarischer Text, der mit einer schauspielerisch fundierten Gestaltungshöhe rezitiert wird. Das bedeutet: Der Hörbuchsprecher muss die Rollen charakterisieren und ausdifferenzieren (= unterscheidbar machen), den Spannungsbogen halten und so das Buch zum Leben erwecken.

Natürlich gibt es Hörbücher, die nicht aus der Literatur entnommen sind, sondern aus dem non-fiktionalen Bereich kommen. Zum Beispiel Lebens-, Berufs- und Management- Ratgeber, Sachbücher, Meditationstexte uvm. Hier ist die schauspielerische Gestaltungshöhe geringer.

Für beide Textarten gilt aber: Es ist zugleich wahre Kunst und harte Arbeit, einen oft hunderte Seiten langen Text über die gesamte Laufzeit fesselnd und dramaturgisch abwechslungsreich zu gestalten. Eine anspruchsvolle Aufgabe für den Profi.

Ein professioneller Sprecher bewältigt i.d.R. 100 Seiten Manuskript mit ca. 250 Wörtern pro Seite je Aufnahmetag. Für einen Roman mit 500 Seiten Länge sollte man also mit fünf Tagen Aufnahmezeit rechnen. Dies bedeutet auch für den Sprecher eine ungewöhnliche Härte. Denn am Ende des Aufnahmepensums eines Tages darf die Stimme nicht müde oder belastet klingen, ansonsten würde der „Anschnitt“ am nächsten Morgen nicht gelingen.
Aus diesem Grunde beschränkt man sich i.d.R. auf eine Bruttoaufnahmezeit von 5-7 Stunden pro Tag (inkl. Pausen); danach findet die Vorbereitung auf den zweiten Tag statt.

Der Auftraggeber erhält die Rechte zur Nutzung der Stimme im vereinbarten Medium und für den definierten Zweck räumlich und zeitlich unbegrenzt. Dies wird mit einer Rechtsübertragung geregelt.

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